• strict warning: Non-static method view::load() should not be called statically in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/views.module on line 879.
  • strict warning: Declaration of views_handler_field_user::init() should be compatible with views_handler_field::init(&$view, $options) in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/modules/user/views_handler_field_user.inc on line 0.
  • strict warning: Declaration of views_handler_argument::init() should be compatible with views_handler::init(&$view, $options) in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/handlers/views_handler_argument.inc on line 0.
  • strict warning: Declaration of views_handler_filter::options_validate() should be compatible with views_handler::options_validate($form, &$form_state) in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/handlers/views_handler_filter.inc on line 0.
  • strict warning: Declaration of views_handler_filter::options_submit() should be compatible with views_handler::options_submit($form, &$form_state) in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/handlers/views_handler_filter.inc on line 0.
  • strict warning: Declaration of views_plugin_style_default::options() should be compatible with views_object::options() in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/plugins/views_plugin_style_default.inc on line 0.
  • strict warning: Declaration of views_plugin_row::options_validate() should be compatible with views_plugin::options_validate(&$form, &$form_state) in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/plugins/views_plugin_row.inc on line 0.
  • strict warning: Declaration of views_plugin_row::options_submit() should be compatible with views_plugin::options_submit(&$form, &$form_state) in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/plugins/views_plugin_row.inc on line 0.
  • strict warning: Non-static method view::load() should not be called statically in /is/htdocs/wp1172800_YG5FKZSSHH/www/drupal/sites/all/modules/views/views.module on line 879.
Contest-Beitrag

Computerspiele, Kunst?

31.05.2010
Computerspiele, Kunst?
Lupe

Nutzerprofil

servimachinae (23 P.)
User Pic
Anmelden oder registrieren, um weitere Nutzer-Informationen zu sehen.

Rubrik

Frei

Bildbeschreibung

Zunehmende gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Computerspielen lässt die Frage, ob dieses Medium als Kunstform einzustufen sei, immer öfter zum Gegenstand von Diskussionen werden. In deren Verlauf rückt eher früher als später die Fragestellung nach der Definition von Kunst in den Mittelpunkt.

 

Der bekannte Filmkritiker Roger Ebert etwa behauptet in einem Essay, den er als Antwort auf einen Vortrag der Videospieldesignerin Kellee Santiago verfasste, Videospiele könnten niemals Kunst sein.  Er fällt dieses Urteil basierend auf seiner Definition von Kunst und findet, dass Frau Santiago daran gescheitert sei, eine überzeugende Definition von Kunst zu liefern. Tausende Menschen haben den Essay bereits kommentiert, viele davon haben eigene Definitionen verfasst. (http://blogs.suntimes.com/ebert/2010/04/video_games_can_never_be_art.html)

 

Der erwähnte Vortrag, der sich darauf beziehende Essay als auch die Reaktionen der Leser sind symptomatisch für die vermehrten Diskussionen um die künstlerische Relevanz dieses vergleichsweise jungen Mediums, welche geprägt sind von Intoleranz und fehlendem Verständnis für das Kunstempfinden anderer.

 

Das Kunstempfinden eines Menschen wird beeinflusst durch seine Erfahrungen, deren Beschaffenheit wiederum geprägt durch äußere Umstände wie das soziale Umfeld, Bildung, Zeitgeist. Jede Person beurteilt die von ihr erfahrenen Ideale und Werte anders, lehnt sie ab, stimmt ihnen zu oder ist ihnen gegenüber gleichgültig eingestellt. Die Vielzahl an Faktoren und die Unmöglichkeit, die Einflüsse genau zu bestimmen, lassen menschliches Kunstempfinden als Gemenge mit unscharfen Grenzen, die gar der Mensch selbst kaum auszuloten vermag, erscheinen.

 

Die Einzigartigkeit aller Menschen und ihrer Erfahrungen führt naturgemäß zu keiner einheitlichen Auffassung von Kunst. Sie ist in höchstem Maße subjektiv, ihre Wirkung resultiert aus der Überschneidung zweier Erlebniswelten, des Schaffenden und des Betrachters, durch das Kunstwerk als Schnittstelle der Wahrnehmungen.

 

Folgender Schluss ist in meinen Augen unvermeidlich: Eine allgemeingültige Definition von Kunst kann es angesichts der menschlichen Vielfalt nicht geben. Diese Folgerung lässt Debatten um eine universelle Definition von Kunst belanglos und Verfasser einer Definition mit Absolutheitsanspruch intolerant und ignorant wirken.

 

Die zwanghafte Etablierung einer allgemeingültigen Definition würde sich vernichtend auf die künstlerische Vielfalt auswirken. Wie einfältig wäre die Kunstlandschaft, würden alle Kunstschaffenden nach dem selben künstlerischen Ideal, vorgegeben durch eine einengende Definition, streben? Kennzeichen vieler Diktaturen war und ist es, eben ein solches Ideal gewaltsam durchsetzen zu wollen, etwa durch Maßnahmen wie Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten unter Hitler.

 

Ich fühle das große Potential des Mediums der Computerspiele. Einige Spiele haben bereits mein Kunstempfinden angesprochen, nicht viele, genügend jedoch, damit ich mir gewiss sein kann, dass dieses Medium eines Tages erwachsen sein wird. Noch steckt es in den Kinderschuhen. Innovationen, vor allem tiefgreifende, sind äußerst selten, der Fokus der Spieleentwicklung liegt meist auf wirtschaftlichem Erfolg, dem Erzielen finanziellen Gewinns. Das zeigen beispielsweise zahlreiche Militär-Shooter, von denen trotz nahezu identischer Spielmechaniken und Thematiken nach wie vor absurd hohe Stückzahlen abgesetzt werden. Die Dominanz wirtschaftlicher Interessen entzieht Projekten mit innovativen Konzepten Unmengen an nahrhaftem Boden. Mut macht mir hingegen die stetig wachsende Gemeinschaft unabhängiger Entwickler und Künstler als Teil der so genannten Indie-Games-Bewegung (Indie: Kurzform für independent, zu deutsch „unabhängig, individuell, eigenmächtig“).

 

Mein Bild hat zwei Titel der „Legend of Zelda“-Reihe zum Thema, Ocarina of Time und Majora's Mask. Gewählt habe ich diese Spiele, weil sie mich in meinen Kindheitstagen gefesselt haben und Gedanken daran in mir nostalgische Erinnerungen aufflackern lassen.

 

Link, den Okarina spielenden Protagonisten, habe ich in der zum Bild passenden Pose mit Bleistift gezeichnet. Sein treues Pferd Epona entstammt einem Screenshot direkt aus dem Spiel, ebenso die restlichen Charaktere, die Fee Navi, Prinzessin Zelda und ihre Leibwächterin auf  ihrem Pferd, die weise und hilfreiche Eule, die beiden Skelette, die Maske über dem Glockenturm, der ebenfalls berittene Antagonist Ganondorf  und der Mond. Letztere beide habe ich mit Effekten bearbeitet und deren Farben verändert. Auch die Festung und die drei zur Erde sausenden goldenen Göttinnen, die ebenfalls durch einen Filter bearbeitet wurden, habe ich aus einem Screenshot herausgeschnitten. Der Wald entstand durch Einscannen und Einfärben von Zeitungsschnipseln, ebenso die Noten, die Link seiner Okarina entlockt. Der Vulkan im Hintergrund, die von dort aufsteigenden Rauchringe sowie die beiden Texturen für die Ebene als auch das Blau des Horizonts habe ich mit Wasserfarben gemalt. Die Grasfläche mit dem Baumstumpf im Vordergrund habe ich fotografiert, auch die Wolkendecke samt Rauchwolke und der Baum, auf dem die Eule sitzt, stammen von Fotografien, die ich am Computer nachbearbeitet habe. Alle Computerarbeiten habe ich mit dem Programm GIMP durchgeführt.

 

Das Werk soll in stiller Weise dazu aufrufen, dem Kunstempfinden anderer Menschen tolerant zu begegnen und künstlerischen Pluralismus zu wahren. Die Elemente verschiedener Stile stehen für die Vielfalt menschlicher Auffassung von Kunst. Ich habe versucht, dem Betrachter meine Wahrnehmung des künstlerischen Potenzials von Computerspielen zu verdeutlichen.



Kommentare

User Pic
Suzumega (192) schrieb am 01.06.2010 - 17:57:

Sehr aufschlussreicher Text und ich kann mich dem weitestgehend nur anschließen. In meinem Text bin ich unter anderem zum Schluss gekommen, dass die Debatte was denn nun Kunst sei, letztlich überflüssig und unnötig ist. Und sowieso, die Kunstszene nimmt sich einfach viel zu ernst^^.


User Pic
Engelhaft (265) schrieb am 01.06.2010 - 20:19:

Ich finde, alleine der Vulkan hätte schon gereicht xD

 

Allerdings sind die Absatzzahlen gar nicht so absurd. Durch das Achievementsystem ist ein wichtiges Motivatonswerkzeug gekommen und in den Krieg wollte der Mensch schon immer ziehen ^^


User Pic
servimachinae (23) schrieb am 01.06.2010 - 20:59:

"Das Werk soll in stiller Weise dazu aufrufen, dem Kunstempfinden anderer Menschen tolerant zu begegnen und künstlerischen Pluralismus zu wahren."Mit einem einsamen Vulkan hätte ich, milde ausgedrückt, nur sehr unüberzeugend künstlerischen Pluralismus propagieren können. Die Idee hinter dem Bild lebt von vielen sich unterscheidenden Elementen. Ein Vulkan alleine ließe außerdem auf viele Spiele schließen, nicht nur auf Zelda.


User Pic
Engelhaft (265) schrieb am 01.06.2010 - 21:10:

Das heißt ja nicht, dass man sich nicht hätte darauf konzentrieren könnten. Ich wollte damit sagen, dass schon ein kleiner Teil deines Bilder beeindruckend ist Wink


User Pic
Martin Geisler (350) schrieb am 05.06.2010 - 15:31:

Deine Ausführungen über Kunst und ihre vielen Formen sind sehr spannend und sollten eigtl. in einer großen Tageszeitung stehen. Bei allem Lob - den ich hier viel zu knapp darlege - stieß mir aber etwas in deinem Text auf.

 

"Innovationen, vor allem tiefgreifende, sind äußerst selten, der Fokus der Spieleentwicklung liegt meist auf wirtschaftlichem Erfolg, dem Erzielen finanziellen Gewinns. Das zeigen beispielsweise zahlreiche Militär-Shooter, von denen trotz nahezu identischer Spielmechaniken und Thematiken nach wie vor absurd hohe Stückzahlen abgesetzt werden."

 

Hier würde ich dir widersprechen. Auch wenn es tatsächlich viele gleiche und teils langweilige Shooter gibt, so sind sie dennoch häufig Triebwerk für Innovation gewesen. Zudem sagt dein Zitat letztlich, dass wirtschaftlicher Erfolg durch nicht-innovative und flache Games möglich ist. Hier sehe ich einen großen Widerspruch. Wenn große Absätze erreicht werden, sollten wir immer zuerst fragen, warum und was dieses Game zum Erfolg macht. Hier steckt doch oft mehr dahinter als "Opfer" medialer Werbekampagen. Gerade "wir" Spieler sollten nicht den Fehler machen zwischen guten und schlechten Genres zu unterschieden sondern (so wie du schreibst) zwischen guten und schlechten Spielen. 


User Pic
servimachinae (23) schrieb am 06.06.2010 - 21:25:

In den letzten paar Jahren habe ich eine andere Entwicklung beobachtet. Zahlreiche Ego-Shooter mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs im Hintergrund haben sich sehr gut verkauft, beispielsweise die Call Of Duty-Reihe. Die ersten drei Teile bieten praktisch das selbe Gameplay und unterscheiden sich hauptsächlich in technischer Hinsicht. Irgendwann scheint das Szenario des Zweiten Weltkriegs, das meist mittels aufdringlichem, US-amerikanischem Pathos in Szene gesetzt wird, selbst den Entwicklern zu viel geworden zu sein, weswegen der vierte Teil der Serie fiktive Konflikte in der modernen Welt behandelt hat. Andere Waffen- und Gegnermodelle, neue Soundeffekte, aktuellere Grafik, gleiche Spielmechanik. Der fünfte Teil der Serie handelte – erraten! – wieder vom Zweiten Weltkrieg. Der neueste Titel der Reihe, Modern Warfare 2, ähnelt nicht nur hinsichtlich des Nebentitels dem vierten Teil. Beim kurzen Anspielen fühlte ich mich, nachdem ich mich von der Verblendung durch die zugegebenermaßen spektakulärere Inszenierung gewöhnt hatte, wieder in den vierten Teil zurückversetzt. Kürzlich wurde ein Mappack für Modern Warfare 2 veröffentlicht, das für 1200 Microsoft Points (umgerechnet knapp 15 Euro) drei neue und zwei recycelte Multiplayer-Karten bietet. Das scheint sich gut zu verkaufen, ein zweites Mappack mit ebenfalls drei neuen und zwei alten Karten wurde bereits angekündigt. Modern Warfare hat sich bis Jänner 2008 sieben Millionen verkauft, veröffentlicht wurde es im November 2007. Modern Warfare 2 hat an seinem ersten Tag über 400 Millionen US-Dollar Umsatz erzielt. Diese Zahlen sprechen für mich eine eindeutige Sprache: Wirtschaftlicher Erfolg ist durch nicht-innovative und flache Spiele zu erzielen. Ich stimme dir in dem Punkt, dass man nicht alle Spiele eines Genres kollektiv als schlecht bezeichnen sollte, zu, es gibt durchaus einige Perlen in diesem Genre.


Partner Bundeszentrale für politische Bildung Electronic Sports League GameStar Youth Company II Teufel Electronic Arts Samsung Speedlink MSI-Technology GameStar Fonds Soziokultur Spawnpoint - Institut für Computerspiel Plattform e.V.